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Im Journalismus sind Frauen stets der letzte Dreck 8. September 2010

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Chefs, die sich in private Dinge einmischten, hatte ich öfter. Mit einer Ausnahme war das jedoch durchweg im Journalismus.

Dabei waren diese entweder der Ansicht, a) ich hätte keine Ahnung von Frauen, b) meine Partnerin gefalle ihnen nicht, c) mir stünde laut Arbeitsvertrag keine Partnerin zu, weil mich das am ausreichenden Einsatz bei ihnen hindere (!), oder aber d), ich hätte nichts anderes im Kopf (als Sex).

Die Chefs waren dabei entweder sexuell hyperaktiv oder so misantrophisch, daß sie Sex prinzipiell ablehnten. Obwohl sie dann natürlich trotzdem eine Frau, eine Freundin und mehrere Kinder hatten. Oder die Sekretärin geschwängert hatten.

Wenn es um „Frauenthemen“ ging, gab ich die natürlich stets meinen Kolleginnen, beispielsweise die Geschichte des Lebens von Mileva Einstein. Das Thema war von meiner Partnerin gekommen, doch wenn ich es selbst geschrieben hätte, wäre das komisch gewesen – Männer dürfen keine Frauenthemen schreiben.

Doch dann kam eine Ausnahme:

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Schlechte Laune ist Pflicht 8. Juni 2010

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Auffallend ist, wie sehr Journalismus in den höheren Etagen eine komplett humorbefreite Szene ist. Wer da mal versehentlich über einen Witz lachen muß, geht sofort schuldbewußt in Sack und Asche in den Keller, sperrt sich ein, wirft den Schlüssel ins Klo und zieht. Leider ruft dann doch immer noch irgendwer den Schlüsseldienst…

Artikel müssen staubtrocken sein, ohne Witze – selbst wenn diese z.B. in der betreffenden Branche Tradition haben, werden sie rausgekürzt. Der Leser darf doch beim Lesen um Gotteswillen keinen Spaß haben! Das ist Arbeit! Und dem Schreiber hat es ebenso zu gehen. Selbst über völlig nebensächliche Tagesereignisse müssen drei verbiesterte, verpolitisierte, haßerfüllte oder zumindest scheinbar intellektuell völlig über der Dudelmusik stehende Rants abgelassen werden, statt das doch angeblich so unwichtige Ereignis einfach zu ignorieren. Aber nein, wenn alle anderen damit Schlagzeilen machen, da muß man doch auch, ob man mag oder nicht.

Urlaub? Ist zwar zu nehmen, sonst verfällt er (ausgezahlt wird nicht, denn das kostet ja Geld!!!). Aber der Redakteur hat dann trotzdem weiter mindestens einen tagesaktuellen Artikel pro Tag zu liefern und nicht „den Löffel hinzuwerfen“, gar weg zu fahren. Und tunlichst auch nur im November Urlaub zu nehmen, damit das graue, verregnete, kalte Deutschland sich in seine Hirnwindungen frißt und die passende Lebenseinstellung erzeugt.

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