jump to navigation

Der Journalist darf nicht organisiert, sondern muß ein Totalchaot sein, um Erfolg zu haben 7. April 2014

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen.
trackback

Es gibt in der Presselandschaft ja einige Blätter mit Vorbildcharakter. Beispielsweise den Journalist, der ja das Blatt der Journalistengewerkschaft DJV ist.

Wenn also jemand vorgibt, wie Verleger und Redakteure ihre Autoren zu behandeln haben, dann dieser.

Ich habe für den Journalist nur genau zweimal geschrieben: zum ersten und zum letzten Mal. Den zweiten Artikel hat der Chefredakteur Matthias Daniel mir nämlich 20 Minuten vor der Abfahrt meines Zuges abgesagt. Er meinte zwar, in 10 Jahren könne man wieder zusammenarbeiten. ich würde mit ihm aber auch in 30 Jahren nicht nochmal zusammenarbeiten und der Vorfall ist einer der Gründe, wieso ich vom Journalismus nichts mehr wissen will, er war einer der Tropfen, die das Faß endgültig zum Überlaufen brachten. Aber der Reihe nach:

Ich sollte über die DJV-Veranstaltung „Besser online“ berichten, die 2007 in Heidelberg stattfand. Von mir nicht der nächste Weg, aber mit der Bahn erreichbar und in Heidelberg nicht weit vom Bahnhof. Soweit ok. Eingefädelt von einem der Organisatoren hatte ich das mit der Chefredakteurin des Journalist abgemacht.

Als der Termin näher rückte, wurde sie jedoch schwanger und übergab mich an den Haupt-Chefredakteur Matthias Daniel. Sowas ist immer schlecht, Redakteure, Chefredakteure und Herausgeber lieben Autoren nicht besonders, die sie nicht selbst engagiert, sondern von einem Kollegen übernommen haben.

Zunächst schien jedoch alles bestens und ich machte den Fehler, Herrn Daniel noch ein weiteres Thema vorzuschlagen, einen Bericht von der PTKO von ARD und ZDF auf der IFA, weil ich dort sowieso anwesend war. Die PTKO ist eine Veranstaltung, auf der es um Programmplanung und Technik geht, nicht dagegen wie sonst meist um die großen Maulhelden, die sich gegenseitig (öffentlich-rechtliche gegen Kommerzsender) rundmachen, Sprüche kloppen und dem jeweils anderen den Tod des Rundfunks unterstellen. Jenes Gemetzel findet bereits einige Tage zuvor bei den Medientagen Berlin-Brandenburg statt, da war ich nie (es wäre terminlich und räumlich deutlich außerhalb der IFA) und es interessierte mich auch nicht. Die PTKO ist dagegen eine angenehm sachliche Veranstaltung. Deshalb wollen auch die meisten Journalisten nicht hin, Krawall läßt sich halt besser verkaufen und Technik ist für die meisten ja eh‘ bäh, vor allem die Technik, mit der das eigene Business arbeitet.

Herr Daniel wollte aber, daß ich auch über die Veranstaltung auf den Medientagen Berlin-Brandenburg schreibe, wo sich ein RTL-Sprecher (Tobias Schmid war es glaube ich) ziemlich aufgemandelt hatte, aber rein aus Show, vorbei an den echten Problemen.

Auf der Veranstaltung war ich aber nun mal nicht und konnte ich auch nicht mehr sein, die war ja bereits gelaufen. Und deren Themen kamen bei der PTKO nicht vor. Zudem ist die PTKO eine reine Veranstaltung von ARD und ZDF, wo RTL gar nichts verloren hatte. Warum sollte ich dann etwas nachplappern und wiederkäuen, bei dem ich selbst gar nicht gewesen war und was nicht zum Thema gehörte? (Ja klar, weil alle Medien inzwischen so arbeiten, ob bei den bösen Grünen mit dem Veggie-Day oder eben sowas).

Dafür gab es dort sehr viele andere, neue und interessante Themen. Und der geschätzte Kollege Rainer Bücken wagte es außerdem, auf der PTKO den damaligen ARD-Vorsitzenden Fritz Raff (einen der besten Intendanten und Vorsitzenden, den die ARD je hatte!) direkt nach der „Internet-Rundfunkgebühr“ zu fragen, die freie Journalisten gleich doppelt belaste, nämlich für ihren privaten Fernseher und dann nochmal für ihren beruflichen Computer.

Das allerdings war etwas, was Herr Daniel keinesfalls im Artikel wollte. Der DJV ist stets auf der Seite der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, selbst wenn diese es nicht sind, denn Herr Raff war da wesentlich toleranter gewesen als Herr Daniel und hatte die Frage durchaus sachlich beantwortet und auch dafür gesorgt, daß diese Doppelbelastung in Frage gestellt wurde und später entfiel.

Hinzu kam, daß der kriminelle Abmahnanwalt Gravenreuth mich, so wie er es zuvor während der CeBIT versucht hatte, während und nach der IFA mit täglich zehn Abmahnfaxen auf Trab hielt und unbedingt in einen Prozeß verstricken und mir meine Domain abnehmen wollte, was ich aus finanziellen und zeitlichen Gründen – und natürlich, weil ich dann wieder einmal den Kontakt zu allen Auftraggebern (auch Herrn Daniel), Pressestellen und Freunden verloren hätte – verhindern mußte. Dadurch wurde der Artikel für Herrn Daniel zwar noch rechtzeitig zum Abgabetermin fertig, aber erst dann und nicht vorher, enthielt die Anfrage von Herrn Bücken an Herrn Raff, aber nicht das alberne Scheinfechten der Medientage Berlin-Brandenburg. Und war etwas zu lang, was aber bei den meisten Medien kein Problem darstellt – Kürzen geht ja immer, Längen schon weniger.

Nicht so beim Journalist: Matthias Daniel war stocksauer, regte sich über die überschrittene Zeichenzahl in einer Weise auf, die ich nie zuvor bei einem Medium erlebt oder selbst gemacht hatte, ob als Redakteur oder als Autor, unterstellte mir, der Gravenreuthsche Abmahnterror, der mich mit 800 € Miesen aus dieser IFA hervorgehen ließ, weil ich außer dem Artikel für Herrn Daniel keinen Abgabetermin halten konnte, sei eine faule Ausrede. Und regte sich über diese Rundfunkgebührenfrage auf, die für mich und alle anderen freien Journalisten aber essentiell war: Es sind nun mal mehr freie Journalisten im DJV als Angestellte, und gerade die haben nicht das Geld, gleich mehrere Rundfunkgebühren zu zahlen!

Da mein Artikel also gerade um dieses Highlight „bereinigt“ im Journalist erscheinen sollte, schrieb ich noch eine zweite Version für eine Summe im unteren zweistelligen Bereich für ein Blog. Einfach, damit Rainer Bücken diese Frage nicht umsonst gestellt hatte, das nicht ungehört verhallte.

Als der Blogartikel erschien, was natürlich eher der Fall war als beim Journalist, der erst gedruckt werden mußte, meldete sich nach wenigen Stunden ein tobender Matthias Daniel, drohte mit rechtlichen Konsequenzen und Honorarkürzung, weil man das Thema doch im Journalist exklusiv zur Erstverwertung habe! Aber dort wollte man doch genau diese Rundfunkgebührenfrage nicht! Aber natürlich wollte der DJV auch nicht, daß die ungehörige Frage des Herrn Bücken woanders veröffentlicht wurde. Selbstverständlich haben freie Journalisten, wenn sie schon nur ein Bruchteil der angestellten Kollegen verdienen, dafür zum Ausgleich doppelte Rundfunkgebühren zu zahlen und die Klappe zu halten!

Der Blogbeitrag wurde also wegen der angedrohten Konsequenzen bis zum Erscheinen des Journalist wieder offline genommen, was mir natürlich bei dem Blog und dessen Lesern große Minuspunkte brachte.

Schließlich rückte der Termin in Heidelberg näher, zu dem ich ja nur für den „Journalist“ fuhr. Ich freute mich angesichts der Vorgeschichte nicht mehr darauf, hätte ihn am liebsten abgesagt. Einerseits, weil ich über die Zusammenarbeit mit Herrn Daniel unglücklich war, andererseits, weil mir der Termin nun ziemlich ungelegen kam: Einen Tag vorher hatte ich ein Treffen mit meiner damals zukünftigen Partnerin in Zürich, die dort einen Vortrag zu halten hatte. Sie mußte ihre Rückfahrt wegen des Heidelberg-Termins anpassen, wir hatten Zürich 5 Uhr früh zu verlassen. Romantik bleib da keine. Aber zugesagt ist nunmal zugesagt, ich hatte diesen Auftrag angenommen und mußte da durch.

Herr Daniel sah das allerdings anders: Er schickte mir 20 Minuten vor Abfahrt plötzlich eine E-Mail, daß er mir das Thema der Berichterstattung von „Besser online“ aus Heidelberg mit sofortiger Wirkung zur Strafe entziehe. Wegen der nun bereits zwei Monate alten Vorgeschichte. Nicht etwa damals, wo er sich so aufgeregt hatte, und auch nicht bezogen auf zukünftige Aufträge, die ich vermutlich ohnehin nicht mehr angeboten hätte. Sondern genau den Termin, zu dem ich nun bereits unterwegs war und wegen dem mein Treffen in Zürich schwer eingeschränkt worden war.

Nun konnte ich nichts mehr umbuchen. Ich hatte die Fahrkarten nach Zürich und Heidelberg gekauft und bezahlt, meine zukünftige Partnerin konnte auch nicht mehr umbuchen. Ich warf nur noch schnell die nun überflüssige Spiegelreflex-Fotoausrüstung aus dem Gepäck und informierte den Organisator noch telefonisch über das Schlamassel.

In Heidelberg lief dann prompt einer der Organisatoren verzweifelt durch die Veranstaltung, ob jemand bereit sei, für den Journalist darüber zu berichten. Es fand sich so kurzfristig aber niemand. Vielleicht waren andere ja auch schon so abserviert worden.

Ich schrieb zwar noch für das Blog über die Veranstaltung, um nicht ganz umsonst hingefahren zu sein, im Vereinsblatt, wo sie hingehört hätte, fand sie dagegen nicht statt.

Meine zukünftige Partnerin war über unser Treffen durch diese Seiteneffekte so frustriert, daß sie den Kontakt mit mir danach abbrach und nicht mehr meine Partnerin werden wollte. Sie hielt mich für den, der nichts organisieren kann und beruflich nichts gebacken bekommt. Als Lehrerin kannte sie solches Chaos, solche Dramen nicht, wie sie im Journalismus üblich sind.

Und Herr Daniel war sauer, daß ich ihn nicht mehr selbst angerufen hatte, wozu ich in dem Moment weder Zeit noch Lust mehr hatte, 10 Minuten vor Abfahrt, sondern dann der Organisator bei ihm anrief.

Daß ich alles langfristig organisiert hatte, hatte sich also komplett gegen mich gewendet: Zuverlässige, langfristig planende Autoren will kein Redakteur. Auf Zuruf auf der Veranstaltung anheuern, das dagegen gerne.

Aber ohne mich. Für Herrn Daniel würde ich nicht mehr schreiben. Ich könnte ja nie wissen, ob er es sich dann trotzdem wieder anders überlegt. Ebenso habe ich die IFA nie mehr besucht, weil ich ja nun weiß, daß ich mit juristischen Attacken während der Messe zu rechnen habe und für meinen Aufwand am Ende riskiere, mit einem Minus aus der Veranstaltung zu gehen, statt wenigstens etwas daran zu verdienen.

Ja, das Ganze hat sich finanziell überhaupt nicht gelohnt: Wer denkt, daß die Gewerkschaft vielleicht überdurchschnittlich zahlt, den muß ich enttäuschen – es war auf dem Level, das ich auch bei geringer zahlenden Fachzeitschriften erhalte. Doch dafür hatte ich meine Zukünftige verprellt. Und eins war natürlich auch klar: Die Gewerkschaft würde kaum dabei behilflich sein, das Honorar für einen abgesagten Artikel in der Gewerkschaftszeitung einzuklagen. Es gab also kein „Ausfallhonorar“, was der DJV ja ohnehin verteufelt, sondenr nur ein ausgefallenes Honorar.

Aber man arbeitet im Journalismus ja auch nicht für seinen Lebensunterhalt, sondern nur noch für den Ruhm, der einem dann Haß und Neid einbrockt. Das fordern inzwischen die Leser und Blogger, daß es ein Hobby zu sein hat, das man aus Leidenschaft macht, möglichst gratis, und den Verlegern kommt das nur zu recht: Auch Herr Daniel kam dann damit, den einen Artikel im Journalist, den ich noch gehabt hätte, das sei doch eine super Referenz.

Äh, ja? Ein Beitrag in der Gewerkschaftszeitung? Au ja, das macht sich bestimmt ganz toll, wenn man sich bei Bauer oder Burda bewirbt.

Nein, das ist noch ein weiteres Problem: Wer im Journalist veröffentlicht, gilt von da an als Gewerkschaftler, obwohl das gar keine Bedingung ist. Und das mögen nicht mal die, die es nach außen vorgeben, die „alternativen“ Medien wie Telepolis. Mainstream-Medien sowieso nicht. Warum um Himmels Willen sollte man also ausgerechnet einen Artikel im Journalist als Referenz vorzeigen? Den verschweigt man doch besser…

Nur zur Klarstellung: Herr Daniel macht beim Journalist einen guten Job, holt viele interessante und kritische Themen ins Blatt. Dies ist keine Kritik an ihm persönlich, er hatte sicher Gründe, gestreßt so unelegant zu agieren so wie ich, das nun für besonders ärgerlich anzusehen, auch wenn es nur um „lousy pennies“ ging, wie immer im Journalismus dieser Tage. Das Ganze ist aber symptomatisch für den Zustand der Branche, den unüberlegten, hektischen Umgang miteinander, den ich inzwischen halt nicht mehr so hinnehmen mag, wo ich die Schnauze voll von habe. Und wo ich mir halt sage, wenn es selbst beim Gewerkschaftsblatt so läuft, was will man dann anderswo noch erwarten?

Den Schlitzohren, die einen kaltstellen wollen, die kritische Berichterstattung abwürgen wollen, spielt diese Situation in die Hände: Sie müssen einem nur während einer Messe in die Parade fahren, schon lassen einen die Auftraggeber fallen, die so etwas selbst noch nicht erlebt haben, die sich das nicht vorstellen können oder denen es schlichtweg scheißegal ist. Wer sich da noch engagiert, „jung und hungrig“ ist, dem ist nicht mehr zu helfen…

Advertisements

Kommentare

1. Ulf J. Froitzheim - 7. April 2014

Sag mal, warum kramst Du jetzt diese uralte Geschichte hervor? Glaubst Du nicht, der Mann sei im Laufe der Jahre reifer und souveräner geworden?

Gefällt mir

DL2MCD - 8. April 2014

Glaubst Du das?
Ich sehe immer nur Leute, die über die Jahre härter, verbissener, intoleranter werden.
Ja, ich gehöre auch dazu – ich sehe nicht mehr ein, gute Miene zum bösen Spiel machen zu sollen, um etwas zu erreichen.
Er ist sicher noch einer der netteren, ich habe ihn ja später auch persönlich kennengelernt, bei „Besser online“ in München, allerdings nicht mehr gesprochen.
Aber auch „Besser online“ selbst ist ja eine Veranstaltung, die die Situation schönredet. Man müsse nur besser sein/werden, dann wäre das Ganze ein toller Job…
Nein, ist es nicht.
Medien haben mir mal sehr viel Spaß gemacht. Aber es wird auf der einen Seite ständig an Deine Eitelkeit apelliert, ja, so ein Artikel im „Journalist“, das ist doch was im Lebenslauf, ja, mit uns werden Sie berühmt, auch wenn wir leider nichts/wenig/kaum was zahlen können, was vielleicht bei einem Neuling noch ziehen mag, aber bei jemand, der nun über 30 Jahre in der Branche ist?? Und auf der anderen Seite wird man genau deswegen attackiert, beneidet, verfolgt…
Z.B. fragen mich die anderen DJs und meine Frau schon öfters, warum ich keine Sendungen mehr machen mag, warum ich nicht mehr auflege. Ja, wegen Pit Klein, der darauf aber gleich sowas von neidisch war, daß er mich beim Presserat der Korruption bezichtigen wollte. Weil er meint, man dürfe über ein Hobby, das einen sogar Geld für die Airtime kostet, nicht schreiben, um es ev. teilweise zu refinanzieren, weil das ja „Schleichwerbung“ sei. Während echte Schleichwerbung nicht belangt wird.
Oder die Leute wie das Spam-Mädel hier oder der Typ, der sich damals Robin eine Woche „ausleihen“ wollte mit der Drohung, mich sonst bei Heise rauszukicken, die er dann ja umgesetzt hat.
Das ist es doch alles nicht wert!
Weißt, jeder sonst bloggt, um so zu tun, als ob alles toll und super wäre, nur um mehr Aufträge zu bekommen, von Dir und Stefan Niggemeier vielleicht mal abgesehen, wo auch mal kritisiert wird. Wobei diese Schönrederei dann wieder zur Folge haben kann, daß das Blog als „unlauterer Wettbewerb“ angegriffen wird, das allerdings selbst bei Stefan Niggemeier, wo man dann auch Anwaltsfaxe an den Arbeitgeber an der Backe hat, nur weil man an einem Prozeß eines Call-In-TV-Menschen gegen ihn anwesend war und der gegnerische Anwalt sich eine Liste der anwesenden Medien geben ließ, und obwohl man sich an das Verbot, darüber zu berichten, gehalten hat. Wo auch gleich wieder rundum alle angegriffen, rundgemacht und aus dem Job gekickt werden, nur weil sie ihm nachgehen und wo man davor nicht warnen soll, damit andere gefälligst auch in den Genuß solche schöner Faxe an den Arbeitgeber kommen – es ist ja soooo schön einfach, Journalisten aus dem Job zu kicken, jeder Arbeitgeber oder Auftraggeber ist ja für den kleinsten Strohhalm dankbar, diese lästigen Kostenfaktoren loszuwerden…
Ich habe mit dem Blog halt nicht mehr die Absicht, beruflich etwas zu erreichen. Ich bin mit dem Journalismus fertig. Ich schreibe noch für Leute, die ich von früher kenne, aber ich sage hier auch, daß der Kaiser nunmal schon lange keine Kleider mehr anhat. Damit es vielleicht endlich mal wer glaubt.
Vor Jahren sagte ein Kollege zu mir, wieso ich zurück in den Journalismus gehen wolle, den Chaotenhaufen, wo keiner irgendwas organisiert und gebacken kriegt? Heute weiß ich nicht nur, daß er mit seiner Einschätzung Recht hatte, sondern auch, warum das so ist: Weil Du der Arsch bist, wenn Du organisiert arbeiten willst, das paßt nicht zur Branche.
Es ist die offizielle Gewerkschaftszeitung mit Vorbildfunktion. Dort wird über die anderen gewettert (meist zu Recht), aber man selbst ist kein bißchen anders. So wie alternative Medien auch, die vorne über böse Kapitalisten wettern, aber hinten von Hartz-IV-Empfängern und 1-€-Jobbern leben, die dann sogar noch Strafen von > 1000 € kassieren, weil sie einen 80 €-Artikel nicht als Nebenverdienst angegeben haben und ein stalkender Leser sie dafür beim AA angezeigt hat.
Das ist alles nur noch krank und es nicht mehr wert, da auch noch irgendwelche Lebensenergie und Engagement reinzustecken.
(Ja, tu ich mit so einem Post natürlich auch, aber den Vorfall habe ich halt all die Jahre mit mir herumgeschleppt, weil er so viel zerstört hat – die IFA war zuvor meine Lieblingsmesse und den Rest hatte ich ja schon erwähnt – jetzt kann ich darüber halt schreiben, weil es Vergangenheit ist, weil mir jetzt egal ist, wie das aufgenommen wird und ich nicht mehr brav auch noch die andere Backe und beide Hinterbacken hinhalten muß…).
Und nochmal konkret zu Gravenreuths Domain-/E-Mail-Übernahmegelüsten:
Damals hat mir niemand geholfen. Heise war froh, daß ich den plötzlich privat an der Backe hatte, weil ich bei Heise mal gearbeitet hatte, und sie ihre Ruhe hatten. Herr Daniel fand es überhaupt keinen Grund zur Aufregung, wenn Domain und E-Mails wieder mal weg sind, Informantenschutz, Vertraulichkeit, tsss, wer braucht denn sowas? Journalisten doch nicht!
Wenn damals nicht (und zwar wirklich in dieser Woche!) die TAZ mit ihrer Strafanzeige gegen Gravenreuth (weil er ihre Domain ja schon gemopst hatte) mit Hausdurchsuchung das Blatt gewendet hätte, hätte Herr Daniel mir den zweiten Artikel gar nicht mehr absagen können, weil die E-Mail von ihm bei Gravenreuth aufgeschlagen wäre statt bei mir.
Aber nee, sowas ist doch total übertrieben, wenn man das versucht abzuwehren…soll sich doch jeder A**** bedienen dürfen, Brief- und Fernmeldegeheimnis ist ja sowas von gestern im Zeitalter von Twitter und Facebook…ich schreibe ja deshalb hier nun auch öffentlich über den Fall und nicht per E-Mail, denn so erfahren es wenigstens alle, per E-Mail erfahren es dagegen unter Umständen alle außer denen, die man konkret erreichen wollte…

Gefällt mir


Sorry comments are closed for this entry

%d Bloggern gefällt das: