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XING: Web 2.0-Mashups sind Bockmist! 7. März 2011

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Wie bitte?.
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Bislang habe ich XING gerne verteidigt, wenn Kollegen da Ärger hatten. Jetzt habe ich selbst Ärger gehabt – zwar nicht mit, aber wegen XING.

Und zwar war ich sicher schon 2 Monate nicht mehr in meinem Account, weil es einfach wichtigere Dinge zu tun gab. Doch plötzlich wollte ein ehemaliger Auftraggeber (via XING!), daß ich meinen Namen aus seiner XING-Unternehmensseite entferne. Doch in die war ich nie involviert. Die kannte ich gar nicht. Was war da nun los?

Nun, XING-Unternehmenswebsites sind ein neues Produkt. Und weil an Web 2.0 ja besonders cool ist, sich facebookmäßig die Daten einfach vogelwild zusammenzukraken, generiert XING die Liste der Mitarbeiter eines Unternehmens auf der tollen Unternehmenswebsite schlichtweg dadurch, ob diese bei XING sind und … es ist nicht zu fassen … selbst in ihrem Profil angegeben haben, für dieses Unternehmen zu arbeiten!

Das war in diesem Fall mal so gewesen und bei mir eben noch so eingetragen. Aber der ehemalige Auftraggeber wollte mich nun natürlich nicht auf „seiner“ XING-Unternehmenswebsite als Mitarbeiter aufgelistet haben, wenn dem aktuell nicht mehr so ist.

Nur lag das absurderweise gar nicht in seiner, sondern plötzlich in meiner Hand. Weil ich aber aktuell keine Möglichkeit hatte, mich in XING einzuloggen, dies bis zum Wochenende vertagen wollte, wenn ich von einer Geschäftsreise zurück bin, was dem ehemaligen Auftraggeber zu lange dauerte, gab es erstmal dicke Luft.

Abgesehen von dem völlig überflüssigen Ärger, wegen dem ich mir alleine schon überlegte, XING zu verlassen: Was ist das für ein Unfug, daß ich entscheide, bei welchen Unternehmen ich als Mitarbeiter auf der Unternehmensseite gelistet werde, und nicht dieses Unternehmen? Ein Suchbefehl mag ja eine Sache sein, bei dem auch solche Fehleinträge auftauchen würden, aber gleich vollautomatisch mit Foto, Namen, (in meinem Fall ehemaliger) Position etc. auf einer XING-Unternehmenswebsizte gelistet zu werden, nur weil ich das in meinem Profil so eingetragen habe, ist ja wohl grober Unfug! Wenn ich jetzt eintrage, daß ich seit 10 Jahren bei Roland Berger Chief Executive Consultant bin, steht das eine Minute später auch bei denen auf der XING-Seite! Das kann’s ja wohl nicht sein! Das ist nicht Web 2.0, sondern Web 0.0. Und geht das dann auch andersrum, kann dann bald ein Unternehmen auch in meinem Profil herumspuken?

Wenn ich jetzt fies wäre, würde ich den Namen des ehemaligen Auftraggebers nennen, dann würde der sich morgen früh über 200 „neue“ Mitarbeiter auf seiner XING-Unternehmenspräsentation wundern…allerdings ist das Ganze nun ohne weiteren Ärger gelöst und deshalb möchte ich nicht, daß so ein „Juxmob“ entsteht.

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Kommentare

1. Just me - 7. März 2011

Ach nicht nur das stimmt bei Xing so ganz und gar nicht – der Umgangston von Xing zu den Usern ist erbärmlich. Wenn man so manch Diskussionen im Moderationsforum, oder man sagt ja Moderatoren Gruppe, verfolgt, kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Da werden diejenigen, die als Gruppenmoderator dafür sorgen, dass die Plattform überhaupt interessant ist, behandelt wie kleine Kinder. Xing selbst schaltet und waltet wie sie möchten, völlig egal ob der Userwunsch vielleicht ein ganz anderer ist. Das Resultat ist somit auch schon vor einiger Zeit ersichtlich gewesen – es tummeln sich Lotterielosverkäufer, Dozenten für „Geldverdienen mit Xing und Facebook“ oder arbeitslose Exmanager, die irgendwie auf sich aufmerksam machen wollen. Echte Geschäftskontakte über Xing zu erhalten und das auf einer vernünftigen Basis ist im Grunde fast unmöglich. Xing ist aus meiner Sicht leider nicht mehr, als ein Spielplatz für Arbeitslose, Wirtschaftsschnüffler, Ideendiebe und Gesellschaftsclowns. Die wenigen kompetenten und potenten Wirtschaftskontakte, die man dort noch aufbauen könnte, schwinden auch nach und nach und hinterlassen nicht mehr als einen Werbeeintrag auf einer Plattform mit vielen gefakten und ein paar echten Namen. Also von einer Unternehmerplattform ist das Kasperletheater weit entfernt und von einem seriösen Unternehmer-Pow-Wow kann man hier schon mal gar nicht sprechen.

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2. DL2MCD - 7. März 2011

Naja, so schlecht sehe ich XING nicht, ich habe darüber auch meinen heutigen Job gefunden. Aber klar, es gibt bei Headhuntern auch solche und solche, und leider viel mehr solche als solche, nämlich die Sorte, die nur so tut, als ob sie Ahnung von ihrem Job hätten. Wo der Headhunter Dich im Vorstellungsgespräch fragt „was war nochmal Ihr gewünschtes Gehalt und um welche Position geht es?“, weil er zum Termin ohne seine Unterlagen erschienen ist 😦

Daß manches im Management dilletantisch läuft, glaube ich aber gerne, bei Compuserve war das auch schlimm, trotzdem waren die Foren Zucker im Vergleich zu dem, was heute so teils abgeht. Die XING-Foren schaue ich nur selten an.

Andererseits wird es auch von Stalkern genutzt, was z.B. der Grund ist, warum meine Angaben dort nicht wirklich aktuell sind, was dann auch zum aktuellen Vorfall führte.

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3. Just me - 8. März 2011

Ich kann noch editieren, dass ich immer wieder über kopierte Fachberichte und Pressetexte stolpere, die dort mit ganz anderem Namen (oftmals Institute) signiert sind. Eben wieder, hatte vor ein paar Wochen etwas angestossen, heute fast wörtlich kopiert bei einer Xing-Gruppe gefunden und auch hier wieder ein Institut, eines im Bereich Bauen und Wohnen – zufällig ein Institut, das auch auf der eigenen Internetseite mit vielem Kopiertem prahlt, sich sauber nach außen darstellt aber ganz anders handelt. Auch hier wird Xing nur zur Vorlage genutzt, die die tippen und schreiben in den Gruppen werden schon beim Kopieren vergessen, können sich dann ärgern wenn Ihre Texte plötzlich unter anderem Namen irgendwo erscheinen und das Original schon lange aus der Xing-Gruppe von dem sogenannten Moderator gelöscht wurde.

Ja ich bleibe dabei – diese Plattform ist (vielleicht war es mal anders) keine Unternehmerplattform die Seriösität ausstrahlt, eher eine die Unseriöses anzieht.

Also auch hier gibts große Schwachstellen und null Kontrolle..

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4. Just me - 8. März 2011

Ich kann noch editieren, dass ich immer wieder über kopierte Fachberichte und Pressetexte stolpere, die dort mit ganz anderem Namen (oftmals Institute) signiert sind. Eben wieder, hatte vor ein paar Wochen etwas angestossen, heute fast wörtlich kopiert bei einer Xing-Gruppe gefunden und auch hier wieder ein Institut, eines im Bereich Bauen und Wohnen – zufällig ein Institut, das auch auf der eigenen Internetseite mit vielem Kopiertem prahlt, sich sauber nach außen darstellt aber ganz anders handelt. Auch hier wird Xing nur zur Vorlage genutzt, die die tippen und schreiben in den Gruppen werden schon beim Kopieren vergessen, können sich dann ärgern wenn Ihre Texte plötzlich unter anderem Namen irgendwo erscheinen und das Original schon lange aus der Xing-Gruppe von dem sogenannten Moderator gelöscht wurde.

Ja ich bleibe dabei – diese Plattform ist (vielleicht war es mal anders) keine Unternehmerplattform die Seriösität ausstrahlt, eher eine die Unseriöses anzieht.

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5. Just me - 8. März 2011

sorry – doppelt gemoppelt weil, ich weiss nicht 😦

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6. limone - 10. März 2011

Diese Art des „vogelwilden Zusammenkrakens“ (sehr nett ausgedrückt, nebenbei) habe ich schon vor mindestens einem Jahr öffentlich im dazugehörigen Feedback-Forum kritisiert, als die Unternehmensseiten in der Beta-Phase erstmals vorgestellt wurden. Leider hat sich die Kritik niemand bei XING zu Herzen genommen. So geht’s IMHO nicht, Unternehmen müssen selbst die Möglichkeit haben, ihre Unternehmensseiten zu gestalten. Der unbedarfte User begreift doch gar nicht, dass das nur ein Mashup ist. Und der Ärger, den du jetzt erlebt hast, war vorherzusehen. Wird wohl wirklich dazu führen, dass immer mehr XING-Nutzer ihren Lebenslauf „zensieren“ und damit einige nützliche Features wie das Finden von aktuellen oder ehemaligen Kollegen nutzlos werden.

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