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Gedanken zu #MeToo – 2 26. November 2017

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen.
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Ok, also es ist nicht unbedingt richtig, alles, was im Rahmen von #MeToo abgeht, zu glauben, wie ich in Teil 1 erläutert habe.

Aber mal ehrlich: Frauen wissen durchaus, welche Schweine echt sind und welche nicht. Wenn sich eine Frau über viele Männer beschwert, ist naheliegend, daß sie das Problem ist und nicht die Männer. Ging mir auch mit der erwähnten Ex so – die lief bei mir dann später zwar nicht zur Polizei, wie bei ihrem Ex, sondern zu ihrer besten Freundin, erzählte der, ich wäre ganz übel über sie hergefallen. Fiel aber in die Rubrik „hätteste wohl gerne gehabt“ – nicht, weil ich sie nicht attraktiv fand, sondern weil ich vorgewarnt war:

Ihren Ex hatte sie damit, daß sie mich ihm als „Ersatz“ ankündigte, soweit gebracht, daß der mich verprügeln wollte, knapp unter einer Morddrohung – er war auch ein eher einfacher Typ. Aber doch nicht so blöd, daß er sich nicht dann später dafür bei mir entschuldigte (zugegeben erst, nachdem ich ihn mal an seinem Arbeitsplatz, einem bekannten Elektronikhändler für Bastler, besucht hatte, was ihn doch etwas erschreckt haben dürfte, obwohl ich dort nur ganz normal ein paar Transistoren eingekauft hatte) und mir erklärte, was eigentlich los war, wie die Dame tickt, und was mir blühen würde, wenn ich tatsächlich sein „Nachfolger“ würde.

Viele Jahre später habe ich sowas nochmals erlebt, eine Frau, die mich zu sich einlud und dann erbleichte, als der zuvor davon unterrichtete Ex vor der Tür stand…in abgewandelter Form ist die Geschichte hier eingegangen.

Wie gesagt, sowas gibt es, sowas gibt es auch nicht selten – aber es fliegt früher oder später auf. Die „beste Freundin“ der ersten Ex ist seit nun 20 Jahren meine beste Freundin, während zu der Ex niemand mehr Kontakt hat, und im zweiten Fall lief es ähnlich, wnen auch langsamer, weil da mehr Gefühle involviert waren und man deshalb langsamer begriff, was gespielt wurde.

Umgekehrt: Wenn sich soviele Frauen über einen Mann beschweren wie bei Weinstein, dann ist auch kein Zweifel mehr. Die meisten schweigen aber bislang, und das ist ein Problem: Es schadet denen, die sich anständig verhalten! Ob Mann oder Frau.

Ebenso wie natürlich jene allen anderen schaden, die sich von sich aus als Sexpartnerin anbieten, um Karriere zu machen.

Ich persönlich habe Beruf und Privatleben immer getrennt gehalten. Ich sehe zwar nichts Bedenkliches darin, wenn sich Leute im Büro bei der Arbeit kennen- und liebenlernen. Sonst gäbe es auch mich wohl nicht. Nur kann es auch den Job kosten, wenn es Probleme gibt – bei einer Trennung muß dann meist auch mindestens einer den Arbeitsplatz wechseln. Deshalb kam es für mich prinzipiell nie in Frage.

Leider gibt es natürlich Fälle wie den bekannten Wettermoderator, wo es falsche Anschuldigungen gab, die dennoch justiziabel wurden. Zwar hat der seine Frauen wohl nicht gentlemanlike behandelt – aber da gehören dann auch zwei dazu. Das mag ärgerlich sein, strafbar oder unprofessionell ist es jedoch nicht. Er hat jedenfalls nicht eine Machtpoition – ob bei Kindesmißbrauch in der Familie oder im Fall Weinstein beruflich – ausgenutzt. Er hat nicht gesagt „Ich bringe Dich ins Fernsehen“ – so wie die alte „Ich bringe Dich zum Film“-Nummer, die Weinstein abgezogen hat.

Und genau da hört für mich der Spaß auf, Auch und gerade im Journalismus weinsteint es bis heute gewaltig. Da werden immer wieder Jobs mit sexuellen Gefälligkeiten verknüpft. Was dann auch zur Folge hat, daß eigentlich gute, fleißige Frauen zu Schlampen mutieren, weil sie ja gelernt haben, daß ihre beruflichen Fähigkeiten keine Rolle spielen für die Karriere :-(. Und diese dann noch die Täter verteidigen, ihre Partei ergreifen, und so allen Männern das Leben schwer machen, die anständig bleiben.

Und so bekommt man dann eins auf die Fresse und Freundschaften gekündigt, wenn man als Mann das alte Scheißspiel verweigert. Denn das Thema wird von vielen Frauen als „Mädelsding“ betrachtet – da dürfen Männer nicht mitreden, schon gar nicht gegen Weinstein statt für ihn 😦

Ja, die Hoffnung, daß man das Thema nun endlich mal offen besprechen könnte, hat auch mich inzwischen eine Facebook-Freudschaft gekostet – und nee, keine zu „Natascha aus Novosibirsk“, sondern eine echte. Weil Frau zwar sagt #MeToo, aber Männer da nicht mitreden dürfen in der Timeline.

Dennoch ist #MeToo sinnvoll. Wenn jetzt der Typ von House of Cards aus einem bereits gedrehten Film wieder herausgeschnitten wird, macht das zwar nichts ungeschehen. Aber es wird andere davon abhalten, sich so zu benehmen, weil das die Höchststrafe für einen Schauspieler ist.

Neu ist all das übrigens nicht: Fatty Arbuckle, ein Star der Stummfilmzeit, stolperte auch über Fehlverhalten. Ob zu recht oder nicht, wird bis heute diskutiert. Die Gefahr von Fehlurteilen sollten jedoch nicht dazu führen, Fehlverhalten unter den Tisch zu kehren. Und damit meine ich nicht einmalige Entgleisungen, sondern geplantes Ausnutzen von beruflichen Karrierewünschen.

Und ja, liebe Damen: Wem es nicht paßt, daß ich trotz meiner Erfahrungen über sowas rede, der kann sich gerne auch entfreunden. Ist aber ein Tritt in den eigenen Hintern…es wird euch niemand danken.

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