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Viel Buhei um Nichts oder „Unfug, grober“ 27. Juli 2015

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen, Rezensionen.
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Angesichts der aktuellen Blockupy-Exzesse in Frankfurt, bei denen am Ende die Polizei den Schaden hatte und ein grüner Politiker das auch noch mehr oder weniger verteidigte (das Zitat wird zwar meist verkürzt wiedergegegeben, aber gesagt hat er es) fiel mir meine erste „dienstliche“ Begegnung mit der Exekutive wieder ein. Auch damals war ein Banker involviert. Jedoch keine Demo.

Ich hatte vielmehr für das Abo der Zeitschrift „Elektor“ einen Bausatz erhalten. Ein Gerät namens „Buhei“, das ein völlig bescheuertes Geräusch erzeugte, wie ein besoffener Kanarienvogel rückwärts.

Außerdem war ich damals das erste Mal verliebt. Wobei die Verehrte sich damit brüstete, daß ich mit einer Leiter um ihr Haus geschlichen sei. Das war Quatsch, nicht nur, weil ich nicht schwindelfrei bin und sie direkt unterm Dach wohnte, sondern auch, weil man dann mindestens zwei Leitern gebraucht hätte, um erst auf eine Garage zu gelangen und dann dort die zweite, längere Leiter im Kiesbett aufzustellen. Das wäre selbst für einen nicht Schwindelfreien eine haarige Aktion gewesen.

Was aber nicht heißen soll, daß meine „Brautwerbung“ nicht trotzdem, dem Alter entsprechend, ziemlich dämlich und somit natürlich auch erfolglos gewesen war. Ich hatte nämlich eben jenes Buhei noch zusätzlich mit einem Fotowiderstand versehen (ein heute nicht mehr erhältliches Bauelement, weil aus Cadmiumselenid), sodaß es erst nach Sonnenuntergang losjaulen sollte. Andernfalls hätte man mich ja weglaufen sehen..

Doch es war eine Vollmondnacht. Das Gerät erwachte deshalb erst um etwa 2 Uhr nachts, als ein Baum seinen Mondschatten auf den Fotowiderstand warf.

Die Angebetete hörte die mißratenen Minnegesänge nicht. Wohl aber ihr Vater, ein Volksbanker, der bei dem komischen Geräusch – warum auch immer – an eine Bombe dachte (ticken die nicht eher?) und die Polizei rief. Die das Gerät mitnahm.

Ich hatte damals noch kein Taschengeld und wollte mein Gerät nicht aufgeben, sondern wieder abholen, das immerhin einmal aus neuen Bauteilen zusammengelötet war, nicht aus ausgeschlachteten, wie meine anderen Basteleien. Daß das mit einer Standpauke verbunden war, war mir klar. Im Polizeiprotokoll jenen Tages war denn auch vermerkt „Unfug, grober“. Immerhin gab es keine Strafe.

Nachdem die Standpauke beendet war von wegen „unnötigen Polizeieinsatz auslösen“ (und nein, auf die Idee, daß jemand wegen dem Gejaule statt lauten Fluchens gleich die Polizei rufen könnte, war ich nun wirklich nicht gekommen) und ich das Gerät zurück bekommen sollte, kam jedoch noch ein zweiter Polizist aus dem Nebenraum.

Und fragte mich, ob er die Schaltung für das Gerät haben könnte… 😀

Na immerhin hätte er sein Exemplar bei einer ähnlich ungeschickten Anwendung dann selbst wieder abholen können…. 😉

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